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Die Montmartre-Runde |
Die Kunstinteressierte in unserer Runde: Gabrielle |
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Unsere Chronistin berichtet: |
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TREFFEN - 10. Dezember 2007 Ein frohes, weihnachtliches Treffen hat die Runde in Montmartre vereint am letzten Wochenende mit internationalen Weihnachts-Spezialitäten, Julklapp, Lausejungs, einer Rasselbande und einem Schüler, der aufgefordert wird nicht zu denken. Das hört sich an, wie ein heilloses Durcheinander, war es aber nicht, denn der Reihe nach: unter einem Tannenbaum, bei Kathleen, trafen wir uns nicht nur, um irischen Mintmeatkuchen, deutsche Bockwurst, und Plätzchen nach schweizerischem Rezept (selbstgebacken), weiße Blutwurst, amerikanischer Zubereitung, und erlesene Weine zu kosten, sondern auch um zu diskutieren und zu lachen. Der Julklapp (vom schwedischen „Jul“ = Weihnachten) hatte uns eine Tasche mit Geschenken unter die Tanne gestellt, die an jeden gedacht hat. Das Geschenk der Poesie hat uns Ulrich’s Kalender 2008 gebracht mit den Worten der unsterblichen Liebe, und den immer an ihr hängenden, bleibenden Überlegungen. Am nächsten Tag, mit heißer Feuerzangenbowle auf dem Bildschirm und, im Glas ebenso heißem, aber echtem Glühwein, erlebten wir die Streiche eines sich in die Schulzeit zurückversetzten Schriftstellers, von Heinz Rühmann interpretiert, mit den Lausejungs seiner Rasselbande, in der so genannten Komödie „die Feuerzangenbowle“, nach einem Roman von Heinrich Spoerl, erschienen 1933, verfilmt im Jahre 1944 unter Leitung eines gewissen, aber jetzt unbekannten Helmut Weiß. Der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 42-jährige Rühmann konnte sich noch mit den Pennälern auf der Schulbank mischen. Es soll die gelungenste und komischste Version der drei existierenden sein, nicht zuletzt dank Rühmann’s talentierter Eleganz, Ironie, Frechheit und Imitationsfähigkeit. Die aus dem Munde der verschiedenen Professoren zu hörenden bayrischen und sächsischen Akzente klingen gut, und ihre steifen, militärischen Haltungen und gedrechselten Sprechweisen aus einer anderen Zeit bringen uns heute zum Lachen, so wie auch ihre Aufforderung „nicht zu denken“. Wenn die Schüler denken würden, dann wäre das Lernen ja .... ???? Na ja, das nur am Rande. Auf ein Neues mit interessanten Treffen und Filmen, zu denen wir gern Vorschläge von Euch hören und guten Rutsch ins Jahr 2008
Gaby (Gabrielle.kammer@laposte.net)
DER ZAUBERBERG - 22. Oktober 2007 ein Film von H. W. Geissendorfer nach dem 1924 erschienenen Roman von Thomas Mann mit Rod Steiger, Marie-France Pisier, Flavio Bucci, Christoph Eichhorn, Hans-Christian Blech, Irm Hermann Was ist das für ein „Zauber“ auf diesem Berg, wo sich Kranke in einem mondänen Lungensanatorium auseinandersetzen bis zur Verrücktheit. Was ist es für eine Krankheit? Hat es mit Liebe zu tun? Vielleicht das Wissen um die Ungewissheit und Unzuverlässigkeit menschlicher Beziehungen, das zur Explosion krankhafter, tödlicher Leidenschaften führt. Die politischen und philosophischen Überlegungen, die diesen Krankenalltag umranken mit Themen wie der Geist, der Körper, die Pädagogik, der Gehorsam sind reich an Inhalt und gehören nicht nur zur Realität der post monarchistischen Epoche sondern sind auch für die immer wieder wechselnden politischen Situationen aktuell. Es gibt Kunstwerke, die man nicht missen darf, und dieses gehört dazu. Dank Ulrichs Talent sind wir hier auf etwas Besonderes gestoßen, nicht leicht verdaulich, aber wert es zu lesen und zu vertiefen. Wenn ich Bücher empfehlen sollte, so gehört dieses dazu. Ich möchte von dem Buch sprechen, denn der Film ist wohl eine Rarität, die nicht leicht wieder zu finden sein wird. Ohne viel darauf einzugehen bin ich erst mal dazu geneigt, es zu lesen, um auf ein besseres Verständnis zu kommen. Nachdem wir nun schon zwei Werke von Thomas Mann („Die Buddenbrooks“ und „Der Zauberberg“) zu sehen bekommen haben, möchte ich zwei Biografien über die Mann-Familien nennen, die einen guten Einblick geben in diese Schriftsteller- und Künstler-Familie: „Im Netz der Zauberer, Eine andere Geschichte der Familie Mann“ von Marianne Krüll und „Die Familie Mann“ von Hans Wisskirchen. Unser Montmartre-Wochenende ist sehr angenehm verlaufen und wir haben uns gefreut, Jeanette kennen zu lernen und Heike. Wir freuen uns auf unser nächstes Treffen am 8. Dezember, das wir weihnachtlich gestalten werden. Gaby 22. Oktober 2007
LA MONTAGNE MAGIQUE un film de H. W. Geissendorfer d’après le roman de Thomas Mann paru en 1924 avec Rod Steiger, Marie-France Pisier, Flavio Bucci, Christoph Eichhorn, Hans-Christian Blech, Irm Hermann Quelle est cette „magie“ sur cette montagne, où des malades réunis dans un sanatorium mondain de tuberculeux se déchirent jusqu’à la folie? Quelle maladie est-ce? A ce à faire avec l’amour? Peut-être la connaissance sur l’incertitude des relations humaines, que mène à l’explosion des passions maladives et mortelles. Les réflexions politiques et philosophiques qui poussent autour de ce quotidien des malades, avec des sujets comme l’esprit, le corps, la pédagogie, l’obéissance sont riches et n’appartiennent pas seulement à la réalité de cette époque post-monarchique mais sont d’actualité aussi pour les situations politiques en changement perpétuel. Il y a des œuvres d’art qu’il ne faut pas manquer et celui-ci en fait partie. Grâce au talent d’Ulrich nous avons trouvé quelque chose d’exceptionnel, pas facile à digérer, mais digne d’être lu et approfondi. Si je devais recommander des livres, celui-ci en ferait partie. Je parle du livre, car le film est une rareté qui serait difficile à retrouver. Sans entrer dans les détails, je suis d’avis de lire ce livre pour une meilleur compréhension. Après avoir vu déjà deux œuvres de Thomas Mann (« Les Buddenbrooks » et « La Montagne Magique »), je voudrais citer deux biographies sur la famille Mann que donnent une bonne compréhension de cette famille d’écrivains et d’artistes: „Les magiciens, une autre histoire de la famille Mann » de Marianne Krüll et « Thomas Mann et les siens » de Hans Wisskirchen. Notre week-end Montmartrois s’est passé de façon agréable et nous nous sommes réjouis de faire la connaissance de Jeanette et de Heike. Notre prochaine rencontre aura lieu le 8 décembre, elle sera une fête de Noël. Gaby Le 22 octobre 2007
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TREFFEN - Sonnabend, 28. Juli 2007 Magda, Hans, Kathleen, Ulrich, Gaby und David waren gekommen. Bei Pizza und Wein kamen wir auf Gott und die Schöpfung zu sprechen. War das Gespräch erschöpfend? Wohl nicht, auch unsere Erschöpfung war nicht so groß, dass wir uns nicht noch danach im Fernsehen den Tannhäuser ansahen, die Musik genossen und in eine andere Thematik gingen ... Aspekte der Liebe, immer wieder, hier aus der Sicht der Schöpfung Wagners.
FILMABEND BEI UKLRICH - Sonntag, den 29. Juli 2007 „Die Blechtrommel“ Günther Grass, Gesang und Tanz. „Die Blechtrommel“ von Schlöndorff verfilmt, mit u. a. Mario Adorf, Angela Winkler, David Bennett, Charles Aznavour, Andréa Férréol, hat uns Anlass zur Heiterkeit gegeben. Danzig ist prachtvoll gefilmt, und die Symbolik stimmt in allen Situationen. Ein weiteres Meisterwerk der deutschen Filmkunst. Es gab Anlass zum Lachen und Weinen bei diesem Gang durch einen Teil der deutschen Geschichte, in der die Tragik alltäglich war. Es ist schon eine eigentümliche Idee, daß ein nicht groß werden wollender Junge der Leitfaden ist in dieser Familiengeschichte mit historischem Hintergrund. Er wird nicht groß, bleibt so klein wie mit drei Jahren, anstatt zu sprechen trommelt er und stößt schrille, kreischende Schreie, die Glas zerbrechen. Er wird später mit dieser Fähigkeit sogar eine Zirkusattraktion. Aber sein Kreischen, wenn es auch seitens eines Kindes als etwas Spaßiges (und man neigt spontan zum Lachen) angesehen werden kann, hat auch das Zerstörerische in sich. Ist er selbst ein Symbol derjenigen, die nicht mit Sprache Situationen und Geschehnisse ausdrücken? Wie es so ist in der Kindheit. Eine Gewohnheit? Und darum herum die politischen Ereignisse .... sonderbar.? Vom Kreischen statt Reden, zum Reden als Kreischen, wie so in diesen Terror-Jahren von den Machthabern gehandhabt. Merkwürdig auch die verschiedenen Dreiecksverhältnisse, die sichtlich gelassen geduldet sind, angefangen schon bei Vater, Mutter und Geliebtem ... nur einmal nicht, als der Sohn (der kleine nicht groß werden wollende) den Vater überrascht in einer Liebesszene mit dem Mädchen, in das er sich verliebt hat. Da greift er sogar zur Tat und setzt sich auf Vaters Rücken, er mischt sich in die Szene ein, im schweigenden Protest. Überhaupt neigt man leicht zum Lachen, wenn es um die sexuellen Ausübungen geht, aber der Gedanke, dass es sich um ein Erdulden handelt, bleibt nicht aus. Auch eine Art von Schöpfungsgeschichte oder Gestaltung, diejenige der Lebenssituation, die im Dulden das Schweigen nach sich zieht. Ein gutes Kunstwerk ist meiner Meinung nach eines, in dem das wirkliche Thema versteckt bleibt. Wäre es hier der Fall? Was man hier nie sieht sind Neid, Missgunst, Eifersucht, all die menschlichen Triebe, die wie die Schlange im verlorenen Paradies, der Boden sind für Gewalt (und die z. B. bei Fassbinder großzügig ans Tageslicht gebracht werden). Die politische Situation reicht die Hand, um sie auszuleben. Kathleen, Alain, Ulrich und ich waren nach dem Film ausgelassen bei Schlagern der Vergangenheit, und ein paar Tanzschritte gab es auch, aber immer auf dem Teppich: 1,50 x 3 m. Platz gibt es in der kleinsten Hütte. Es war ein netter, geselliger Abend, und wir freuen uns auf das nächste Treffen rund um Montmartre bei Ulrich mit allen gewohnten und neuen Filmkunst- und Runde-Liebhabern. Gaby |
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TREFFEN - Montmartre, 16. Juni 2007 kein Duo, kein Trio, aber ein Quartett und ein reges Sprühen von Gedanken und Überlegungen von unserer 2-Mann/2-Frauen-Runde bestehend aus Hans, Magdalena, Ulrich und mir, zunächst in der „Halte de Montmartre“ und dann bei Pizza und Wein, rue Ramey. Von dem Wert der Pünktlichkeit und vielerlei mehr kamen wir hin zu Reminiszenzen über das geteilte Berlin (Hans und Ulrich) und das sehr aktuelle Thema der Bespitzelung. Kindermissbrauch durch politische Schulung, ideologische Konfrontation Kapitalismus/Kommunismus hinein in den Marxismus bis hin zu den Auseinandersetzungen mit unseren Wurzeln. Die Themen komme spontan. Die Sommer/Ferien/Reise-Zeit hat einige vom „Stamm“ ferngehalten bis zu den nächsten Runden, für die wir ein neues lauschiges Bistro suchen mit Platz für alle gewohnten und neuen Gäste. Gaby |
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Zusammenfassung und
Rückblick Fassbinder der Grosse |
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Montmartre, 12. Mai 2007 Gaby
Zusammenfassung und
Rückblick Die Hausangestellten und Arbeiter sind so gerührt und treu. Warum auch nicht, sie können nicht anders sein. Ihr Leben liegt in der Hand des Consuls. Die Kinder sind folgsam oder sind nicht. Der, der nicht kann, wird verrückt, er trägt eine drückende Wahrheit, die nie an den Tag kommt, oder kaum. Er hat Freunde, die ihn hänseln und merkt es nicht. Freunde, die ihm in den Rücken fallen. Diese Schönheit, wo alles glatt ist (außer der fehlende Knopf an der Jacke eines jungen Freundes), lässt alles Menschliche beiseite. Die Ehen sind Arrangements, wo der Geldeinsatz
mehr bedeutet als die menschliche Beziehung. Nach dem Ansehen des Filmes von Alfred Weidenmann bei Ulrich, habe ich einige Novellen von Thomas Mann gelesen, in dem Buch „Die Enttäuschung und andere Novellen“. Dies hat mir einen besseren Einblick gegeben. Der Film zeigt leider nicht die psychologischen Tiefen der Personen, er zeigt die Oberfläche. Vielleicht liegt es an dem Filmregisseur, und wahrscheinlich musste man warten, bis andere Filmregisseure diese psychologische Tiefe der Personen darstellen konnten. Dabei denke ich, dass die Schrift eines Autors und das Script eines Regisseurs in ihrem Wortlaut wahrscheinlich nicht dieselbe Sprache sprechen können, denn wie kann letzterer die inneren Gedanken und Haltungen „übersetzen“. Das Filmen scheint „einfach“ durch die Benutzungen von „Sehbarem“, aber wenn dies nicht reicht, dann „sieht“ man Handlungen, die erklären, aber die nichts bedeuten. Wie in diesem Film, obwohl ja so viel über das menschliche Innere zu sagen wäre. Das haben mir nun die Novellen erklärt, meine erste Lektüre von Thomas Mann. Die Personen, die man in den Buddenbrooks sieht, sind hier schon gezeichnet. „Le Paillasse“[1] (1897) erzählt schon von dem Sohn, der nach der wirtschaftlichen Ruine seines Vaters zwischen dem Versuch eines intellektuellem Schaffens und Nichtstun steht, wo man eine sehr deutliche Überlegung über dieses Intellekte sehen kann, wie auch in „Chez le prophète“ (1904), und wobei man an die Person des Christian der Boodenbrooks denkt. Er zeigt hier auch die Barrieren zwischen der intellektuellen Überlegung und der fehlenden Brücke ins Menschliche, das sich durch das Erscheinen einer wünschenswerten weiblichen Person darstellt. Weitere Figuren, wenn auch angedeutet, scheint mir die Frau in „Luischen“ (1897) zu sein, eine Frau, deren Ehe ein Arrangement ist. Einige Einigkeit sehe ich auch mit Heinrich Mann und seiner Beschreibung des Männertyps, wie in „Professor Unrat“. Thomas Mann auch wie Heinrich Mann, zeigt den verunsicherten Mann gegenüber der Frau, die zur Eheschließung nötig ist, Eheschließung , die zu einem gesellschaftlichen Grad notwendig ist, die aber keine besondere Verbindung ist zwischen zwei Wesen. Dieses Werk erinnert mich an das Buch von Musil „L’homme sans qualité“[2]. Der Mann, wie zum Beispiel in „Le Paillasse“[3] beschreibt in großen Zügen, die Zufriedenheit, sich von einer Gesellschaft abzusetzen, von der er sich nicht verstanden fühlt. Er kann sich das Reisen ermöglichen und in Zufallsbekanntschaften einige Zufriedenheit finden. Bis das Bedürfnis aufkommt, die Heimat wiederzufinden. In seiner Häuslichkeit baut er sich Einsamkeit, deren Begründung wiederum großartig beschrieben wird. Über die Gliederung der Gesellschaftsschichten bis zur inneren, bedeutsamen Schilderung, der Verachtung, der Liebe, des Hasses und anderer inneren Stimmungen und Gefühlen. Diese Gefühle sind letztlich die bestimmenden Elemente der Einsamkeit, in denen er resigniert und wie von einer inneren Gewalt in ein dumpfes, stumpfes Dasein verfällt. Es scheinen da nicht viele Alternativen dazusein, denn wie man lesen kann, sind die Ehen, die Partnerschaft auch nicht die Lösung zu dieser Einsamkeit. Gaby Kammer
Wenn es hierzu Reaktionen und Kommentare gibt, so würde ich sie gerne hören oder lesen, entweder über die Montmartre-Runde oder an meine Email-Anschrift:: gabrielle.kammer@laposte.net. Ich hoffe, dass Thomas Mann Anreize genug gegeben hat, ihn zu lesen oder wieder zu lesen. Er ist ein Kenner der menschlichen Seele. [1] Ich habe dieses Buch im Französischen gelesen. Die Titel der einzelnen Novellen entsprechen der französischen Ausgabe. [2] Ich bedaure, den deutschen Titel nicht zur Hand zu haben (Der Mann ohne Eigenschaften, Anmerkung des Webmasters.)
[3] Deutsche Übersetzung „Hanswurst“,
aber ist der Titel in der Novelle in deutsch derselbe?
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Aus Montmartre, 24. März 2007 Unsere Runde scheint sich literarisch ausdrücken zu wollen, von Montmartre ging es bis nach Irland, von wo ein großes Feuer kam. Pünktlich erschien unser Initiator Ulrich, begleitet von seinem Freund und Gast Wolfgang aus Lübeck, und nach und nach trudelten auch die weiteren Mitglieder, Hans und Magdalena, Kathleen und Margaret und dann auch die dick eingewickelte Julia ein. Es war ja noch recht kalt, auch der datumsmäßig geplante Frühling, ließ die Glieder in winterlichem Zittern. Das Bistro „la halte de la Butte“ hatte uns dort vereinigt, und nach kurzer Anlaufzeit ging es weiter: zu Pizza und Wein in Kathleens Zuhause, wo wir uns gemütlich niederließen. Wir hatten dort einen unerwarteten Ehrengast: Samuel Beckett, der durch Kathleens Inbrunst sich uns bekannt oder bekannter machte. Die Dichtkunst – uns wichtig - gab Kunde von Geist und Reiz, nicht zuletzt durch die eigenen Dichtungen von Kathleen und Ulrich, die gehört wurden. Wolfgang hatte sich dem Fußball gewidmet, wie ging das Spiel aus? Das Spiel der Literaten zeichnete einen eindeutigen Sieg ab: 1:0 - aber gab es einen Gegner? Nächster Treff: Mitte 12. Mai, vielleicht kann man dann auch schon mal auf den Hängen von Montmartre picknicken. Bis dahin Dank an Kathleen, und allen anderen Beteiligten für die geistigen Entdeckungsreisen und anderen Aufwendungen. Gaby
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Heute, 11. Februar 2007 Gestern erste Runde nicht im Ring, aber in der Runde von Montmartre. Der Klopfer an Ulrichs Tür klopfte das Nahen der Teilnehmer: Hans, Magdalena, Kathleen, Margaret, Julia und meine Person an. Ulrich hatte einen Stehbar-Tisch vorbereitet mit Leckereien, und im freundschaftlichen Kreis wurde Bekanntschaft gemacht. Bald kamen die Philosophen hervor aus jedem je nach Thema. So kam das Denken ins Gespräch, das wir gerne aufs Alltägliche lenken wollten, keine Theorien großer Menschen, aber das Erlebte. So sah es Hans und sagte es. Wir erlaubten uns das Denken und sagten es. Nun habe ich nach einigen Gläsern Wein, aber nüchtern vor dem Schlaf noch etwas Interessantes dazu gelesen, was ich hier kurz wiedergeben möchte. Das Denken wäre immer aus zweiter Hand (gebraucht übernommen?), das Denken gehöre immer der Vergangenheit an, es sei genau gesagt die Reaktion des Gedächtnisses, geformt aus Erfahrung und Erinnerung, eine Reaktion, die grundsätzlich darauf ausgerichtet sei, beim genaueren Hinsehen, das Vergnügen zu wiederholen, um die Angst zu meiden. Diese Ideen stammen aus den Schriften von Krishnamurti. Wir kamen auch auf die Politik, da geht es ja oft um Fakten, vielleicht auch Sympathien, aber mein Unwissen über Fakten und Sympathien brachte mich in eine schweigende Ohnmacht. Für mich ist die Politik oft nur eine Organisation des materiellen Lebens. Dieses „nur“ ist sicher begrenzend? Wir sprachen auch über Buchveröffentlichungen und Buchvertrieb, d. h. über Verleger oder über Internet, also im weitesten Sinne die Bekanntmachung von bestehenden Werken, über die Vorlage von Werken durch Reisende oder Verschwemmung im Internet. Dann gab es noch eine Après-Runde, wo wir zu sprechen kamen auf das Verliebtsein als Erregung der Gefühlswelt. Wer weiß über was wir noch reden können .....? In einem Monat geht’s also weiter, mit einer neuen Runde, ich freue mich darauf, ich danke Ulrich für seine Gastfreundschaft und den anderen für ihre Gesellschaft und allen für ihre Gesprächsoffenheit. Gaby |
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